Zypern von A-Z

Annan-Plan

Der Annan-Plan, so genannt nach dem Vereinigungspapier von UN-Generalsekretär Kofi Annan, bildete die Grundlage für das Referendum auf Zypern am 24. April 2004, bei dem die Zyprer in beiden Teilen des Landes in einem Plebiszit über die Zukunft ihres Landes entschieden. Der ca. 9.000 Seiten umfassenden Plan (inklusive aller Sonderregelungen) enthielt Vorgaben zur Regelung aller politischen, rechtlichen und sozialen Belange in einem künftigen einheitlichen Staat – von der Verfassung bis hin zu gesetzlichen Feiertagen, vor allem Eigentumsregelungen und Abzug türkischen und griechischen Militärs von der Insel. Beim Referendum stimmten die türkischen Zyprer mit 64,91 % dafür, die Zyperngriechen votierten zu 75,83 % dagegen.



Aphrodite

Aphrodite, die griechische Göttin der Liebe, Schönheit und Fruchtbarkeit, ist in Zypern dem Meer entstiegen. Sie wurde aus dem Schaum geboren, der entstand, als Kronos seinen Vater Uranos entmannte und dessen Genitalien ins Meer warf. Im Schönheitswettbewerb mit Athene und Hera erhielt sie von Paris den goldenen Apfel. In der römischen Mythologie entspricht sie der Göttin Venus.



Baum des Müßiggangs

Auf dem Platz neben der gotischen Klosterruine der Abtei Bellapais im Norden der Insel stand einst der berühmte „Baum des Müßiggangs“. Beschrieben wurde der Ruhe spendende Baum mit aller Hingabe von Laurence Durrell in seinem Zypern-Klassiker „Bittere Limonen“.



Bellapais, Abtei

Bellapais Abbey / © cips/vidaluzDie „Abtei des Friedens“ – Abbaye de la Paix – liegt eingebettet in der sanften Gebirgslandschaft südöstlich von Kyrenia/Girne. Gestiftet wurde das Kloster im 12. Jahrhundert für Augustiner und Prämonstratenser. Ihr heutiges Aussehen bekam der Komplex im 13./14. Jahrhundert. Besonders beliebt ist das Internationale Bellapais Musik-Festival mit seinen klassischen Konzerten im Refektorium.



Buch- und Filmtipps

-       Lawrence Durrell: „Bittere Limonen“ (Original: "Bitter Lemons“; 1957)

-       Charles Foley: „Island in Revolt“ (1962)

-       Charles Foley: „Legacy of strife: Cyprus from rebellion to civil war“ (1964)

-       Pavlos Tzermias: „Geschichte der Republik Zypern“ (1. Auflage 1991)

-       Türkan Aziz: „The Death of Friendship“ (2000)

-       Antonis Angastiniotis: "Voice of Blood" (2004)

-       Panicos Chrysanthou: "Akamas" The Movie (2005) [mit deutschen Untertiteln]



Bufferzone (Pufferzone)

Nach der Invasion der türkischen Truppen im Sommer 1974 einigten sich nach zähen Verhandlungen die Außenminister der drei Garantiemächte – England, Griechenland, Türkei – in Genf auf die Unterzeichnung einer Erklärung. Im Ergebnis der vom UN-Sicherheitsrat einberufenen Zypernkonferenz erging u.a. die Order, eine von UN-Friedenstruppen zu kontrollierende Sicherheitszone um das von den Türken kontrollierte Gebiet zu schaffen. Diese „Pufferzone“ (bufferzone) verläuft bis heute zwischen den beiden Territorien. Sie ist 180 Kilometer lang und wird von den Blauhelmsoldaten der UNFICYP bewacht.



Commandaria

Der Commandaria ist der älteste noch immer produzierte Wein der Welt. Seit 3.000 Jahren wird dieser spezielle süße Trunk aus getrockneten Trauben gekeltert. Die ungebrochene Traditionslinie begann gesichert im Jahre 1100 v.Chr. mit der Erwähnung des Weins in Homers Schriften. Seine ganz große Stunde kam dann im Mittelalter. Als Richard Löwenherz 1191 die Insel Zypern in Besitz nahm, lernte er auch ihren Wein schätzen und sorgte dafür, dass man in seiner Heimat England erstmals davon hörte. Die Tempelritter, die Zypern noch im gleichen Jahr übernahmen, und nach ihnen die Ritter des Johanniterordens trugen den vorzüglichen Ruf des Weines endgültig in die Welt hinaus. In den Weinbergen auf den Gütern ihrer Kompturei, La Grande Commanderie, produzierten die Kreuzritter den begehrten Commandaria. Hier – und nur hier – werden die Trauben für das honiggleiche Getränk noch heute angebaut und gekeltert. Der Commandaria gilt als Mutter des Madeira-Weins: portugiesische Händler verpflanzten seine Rebstöcke auf die Kanaren. Sogar die Wurzeln des Champagner sollen angeblich auf Commandaria zurück gehen, den französische Kreuzfahrer aus Zypern mitbrachten.



DENKTASCH, Rauf Raif

Rauf Raif Denktasch / © cips/vidaluz(*24. Januar 1924 in Pafos, † 13. Januar 2012) Von 1983-2005 Präsident der international nicht anerkannten Republik Nordzypern. Von 1944-1947  studierte er Jura in England, um sich anschließend auf Zypern als Rechtsanwalt nieder zu lassen. Seit 1948 setzte er sich für die Unabhängigkeit Zyperns ein, schrieb Artikel über die Situation der türkischen Zyprer und spielte in den Jahren der Unruhen eine wichtige Rolle im Widerstand der Zyperntürken gegen die Enosis-Bewegung. Bei den Verhandlungen über die Unabhängigkeit Zyperns gehörte er zur türkisch-zyprischen Delegation und war Mitglied der ersten Regierung der Republik Zypern 1960. Nach der Landung der türkischen Truppen auf Zypern 1974 war Denktasch politischer Führer der türkischen Volksgruppe auf der Insel, bis er 1983 zum Präsidenten der von ihm geschaffenen Türkischen Republik Nordzypern wurde. Er gründete 1975 die Nationale Einheitspartei (UBP). Seit 1968 war Rauf Denktasch Chefunterhändler in den von den UN geförderten Friedensverhandlungen zwischen türkischen und griechischen Zyprern und galt als Hartliner.



Enosis

Nach dem Zweiten Weltkrieg wollte England seine Kronkolonie Zypern nicht in die Unabhängigkeit entlassen. Das hatte zur Folge, dass griechisch-zypriotischen Nationalisten in den 50er Jahren zu den Waffen griffen. Ihr Schlachtruf lautete „Enosis“ („Vereinigung mit Griechenland“). Geistiger Führer der „Enosis“-Bewegung wurde Makarios III, der Erzbischof von Zypern. 1950 organisierte er unter den griechischen Zyprern eine Volksabstimmung, in der sie sich mit 95,7 Prozent für den Anschluss der Insel an Griechenland aussprachen.



EOKA

Die „EOKA“ („Ethniki Organosis Kiprion Agoniston“ – „Nationale Organisation der zypriotischen Kämpfer“), der militärische Flügel der „Enosis“-Bewegung unter General Georgios Grivas, begann im April 1955 mit militärischen Aktionen gegen britische Einrichtungen. Diese gewaltsamen Aktionen zielten zwar gegen die Briten, trafen aber auch Zyperntürken, denn die britischen Kolonialherren hatten vor allem türkische Zyprer für ihre Sicherheitskräfte rekrutiert. Dabei kam es auch zu Kämpfen mit der türkisch-zyprischen Minderheit, die mit der „Türkischen Verteidigungsorganisation“ („Türk Mudafa Teskilat“, Abkürzung: TMT) ebenfalls eine Kampforganisation gründete. Außerdem forderten die türkischen Zyprer ihrerseits die Teilung der Insel („Taksim“). Die Folge waren bürgerkriegsähnliche Auseinandersetzungen zwischen den beiden Volksgruppen, die bis dahin friedlich zusammengelebt hatten.



EU

Seit 1. Mai 2004 ist Zypern Mitglied der Europäischen Union. Obwohl die gesamte Insel de facto aufgenommen wurde, gilt Europäisches Recht nur für das Gebiet der Republik Zypern im Süden. Die Türkische Republik Nordzypern ist international nicht anerkannt und gilt als von der Türkei besetztes Territorium.



Geschichte

ca. 9000 v.Chr.

Früheste Besiedelung der Insel

2300–1050 v.Chr.

Mykener und Achäer von Peloponnes, Griechenland, treffen auf Zypern ein; Entdeckung von Kupfer auf der Insel brachte Handel und Reichtum

709–333 v.Chr.

Wechselnde Herrschaft von Phöniziern, Assyrern, Ägyptern und Persern

58 v.Chr.–395

Römische Epoche; Zypern wird erst von Julius Cäsar und dann von Marcus Antonius an die Königin Kleopatra zum Beweis ihrer Leidenschaft verschenkt; die Apostel Paulus und Barnabas bekehren 45 n.Chr. den römischen Prokonsul Sergius Paulus zum Christentum; Zypern wird das erste christlich regierte Land der Welt

395–1191

Byzantinische Periode; wiederholte Überfälle der Araber

1191–1570

Richard Löwenherz besetzt auf dem Kreuzzug ins Heilige Land die Insel und verkauft sie an die Templer, die sie an den französischen Kreuzritter Guy de Lusignan abtreten; Herrschaft der fränkischen Dynastie bis 1489, anschließend venezianische Herrschaft

1571–1878

Zypern ist Provinz des Osmanischen Reiches

1878

Zypern geht an Großbritannien über; 1925 wird die Insel britische Kronkolonie

1960

Zypern wird unabhängige Republik

1963

Beginn der bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen Zyperngriechen und Zyperntürken

1974

Nach einem Militärputsch gegen Präsident Makarios, angezettelt von der Junta in Griechenland, Militärintervention der Türkei; Teilung des Landes

1983

Gründung der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern

2004

Aufnahme der Republik Zypern in die Europäische Union



Greenline


Nach Ausbruch des interkommunalen Konflikts 1963 schufen die Garantiemächte Griechenland, Türkei und England ein “Verbindungskomitee“, dem auch Vertreter der griechischen und türkischen Volksgruppe angehörten (Glafkos Klerides und Rauf Denktasch). In dem geschlossenen Abkommen einigte man sich auf eine so genannte Grüne Linie (Greenline), eine neutrale Zone, die die Sektoren der zwei Volksgruppen in der Hauptstadt Nikosia trennte. Grün wurde die Linie genannt, weil der kommandierende General der britischen Truppen, Generalmajor Peter Young, sie mit einem grünen Stift auf der Karte einzeichnete. Heute wird als “Greenline“ die gesamte Demarkationslinie, die quer durchs Land verläuft, bezeichnet.



GRIVAS, Georgios

Georgios Grivas / © PIO Republic of Cyprus(*23. Mai 1889 in Trikomo; † 27. Januar 1974, Limassol) auch Dighenis genannt, verstand sich als zyprischer Patriot, der half, Zypern 1960 in die Unabhängigkeit zu bringen. Sein Ziel war die Enosis (Anschluss an Griechenland). Grivas organisierte die EOKA, (Ethnikí Orgánosis Kipriakoú Agónos) seit 1955, später führte er eine rechte Widerstandsgruppe in Athen.



Halloumi/Hellim

Making Halloumi/Hellim / © cips/vidaluzist der zyprische Nationalkäse aus Kuh-, Schafs- und Ziegenmilch. Schmeckt roh, gegrillt oder gebacken.



KLERIDES, Glafkos

Glafkos Klerides / © cips/vidaluz(* 24. April 1919 in Nikosia, † 15. November 2013) war von 1993 bis 2003 Präsident der Republik Zypern. Nach dem Militärputsch 1974 fungierte er vom 18. Juli bis 7. Dezember 1974 als Interimspräsident. 1969 gründete Klerides die Demokratische Partei Zyperns (DISY). Der Rechtsanwalt ist verheiratet mit Lila-Irene und hat eine Tochter, Catherine Klerides.



Kolokassi

Stärkehaltige Wurzel, die in der zyprischen Küche vorwiegend mit Fleisch geschmort wird. Wichtig für den richtigen Genuss: Die Kolokassi nicht schneiden, sondern Stücke mit dem Messer herausbrechen, um einen seifigen Geschmack zu vermeiden.



Kreuzritterburgen

Cantara Castle / © cips/vidaluzZyperns Reichtum an Kreuzritterburgen erstaunt Besucher der Insel immer wieder. An der Nordküste reihen sich wie Perlen auf einer Kette die Verteidigungsanlagen St. Hilarion, Buffavento und Kantara aneinander. Die in ihrer ursprünglichen Funktion am besten erhaltene Burg ist zweifellos St. Hilarion. Dennoch, einen atemberaubenden Blick aus der Vogelperspektive über die Berge bis hin zur Küste und aufs azurblaue Mittelmeer genießt man von allen drei Burgen.



KÜTSCHÜK, Dr. Fazil

Dr. Fazil Kücük / © PIO Republic of Cyprus(*14. März 1906 in Nikosia; † 15. Januar 1984 in London) Über parteipolitische Grenzen hinweg geachteter und von der Mehrheit seiner Landsleute aufrichtig verehrter Führer der türkisch-zyprischenVolksgruppe. In der Istanbul absolvierte er ein Medizinstudium, das er in Lausanne fortsetzte und mit der Promotion zum Dr. med. abschloß. 1938 eröffnete Fazil Kütschük in Nikosia seine eigene Praxis, die er trotz zunehmender Beanspruchung durch seine politische und journalistische Tätigkeit noch jahrelang weiterführte. 1946 gründete er die erste türkisch-zyprische Gewerkschaft. 1955 änderte er den Namen seiner Partei in Kibris Türktür Partisi („Zypern ist türkisch – Partei“). 1958 erläuterte Fazil Kütschük vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York den Standpunkt der Zyperntürken. Ihre Interessen vertrat er anschließend auf den Konferenzen von Zürich und London, wo die Weichen für die Gründung der Republik Zypern gestellt wurden. Als gewählter Vizepräsident der jungen Republik - ein Amt, das er nominell bis 1973 innehatte - führte er die Türken Zyperns bis 1973 Rauf Denktasch, langjähriger Präsident der Türkischen Republik Nordzypern, die Führung der zyperntürkischen Gemeinschaft übernahm. Am 15. Januar 1984 starb Fazil Kütschük im Alter von 78 Jahren im Londoner Westminster Hospital. 



Lefkaritika

Der Ort Léfkara liegt im Südosten Zyperns. Bekannt ist er durch seine berühmt Spitze, die von den Frauen des Ortes gestickt wird. Leonardo da Vinci soll 1481 hier eine Altardecke für den Mailänder Dom erstanden haben.



Loukomia/Lokum

Loukoumia ist eine Süßigkeit, die in der griechischen, der türkischen (lokum), der zyprischen und der albanischen Küche bekannt ist. Man nennt sie auch Turkish Delight oder Cyprus Delight. Hergestellt wird Loukoumia aus Stärke und Zucker, eine Hauptzutat ist Rosenwasser, obwohl einigen auch Zitronensaft beigegeben wird. Dazu kleine Stückchen Pistazien, Haselnuss oder Mandeln.

Rezept:

1 Liter frische Milch

4 Eier

5 Teelöffel Zucker

1,5 Löffel Mehl

1-2 Löffel Vanille (opt.)

Nuss-Stückchen (opt.)

Puderzucker (opt.)

 

Zuerst die Eigelb mit dem Zucker in einer Schüssel zu einer Masse verrühren. Dann langsam das Mehl und die Vanille darunter rühren. Die Milch muss Raumtemperatur haben – langsam hinzugeben und rühren, bis der Teig keine Klumpen mehr bildet. Die Masse in einen Topf füllen und unter ständigem Rühren eine halbe Stunde auf schwacher Hitze erwärmen. Die Creme nun in Förmchen füllen und abkühlen lassen. Zum Schluss die Loukoumia in Zucker wälzen.



MAKARIOS III.

Makarios III / © PIO Republic of Cyprus(*13. August 1913 in Pano Panagia; † 3. August 1977), eigentlich Michail Christodulos Muskos, war ein zypriotischer Geistlicher und Politiker und der erste Präsident der Republik Zypern. Muskos wurde nach einem Theologie-Studium in Athen orthodoxer Priester und wurde 1948 zum Bischof von Kition und 1950 zum Erzbischof von Zypern berufen. Als Erzbischof wurde er als Makarios III. bezeichnet. Er schloss sich danach dem Kampf zur Befreiung von Zypern von den britischen Kolonialtruppen an und ging ein Bündnis mit General Grivas ein. Fast 600 Menschen starben bei den Kämpfen, bis Makarios III. im Jahr 1960 das Präsidentenamt der nun unabhängigen Republik Zypern übernahm. 1974 wurde er durch den Militärputsch gestürzt, der von der damaligen griechischen Junta betrieben wurde. Im Dezember 1974 kehrte er noch einmal in das Amt zurück, das er bis zu seinem Tode inne hatte.



Meeresschildkröten

Meeresschildkröten beobachten / © cips/vidaluzVon Juni bis August kommen hunderte Meeresschildkröten an Zyperns Strände, um ihre Eier abzulegen. Die Jungen schlüpfen zwischen Juli und September. Spezielle Schutzgebiete wurden eingerichtet, um den Fortbestand der Grünen Meeresschildkröte (Chelonia Mydas) und der Unechten Karett-Schildkröte (Caretta Caretta) an Zyperns Küsten zu sichern. Hinweisschilder an diesen Stränden fordern zum rücksichtsvollen Umgang mit der Natur auf. Bei den Schutzprojekten am Strand von Ammoudi und in Alakati (Alagadi) kann man in Begleitung der Mitarbeiter die Tiere beobachten.



Meze


ist eine Folge von leckeren Vorspeisen, angefangen von gebratenem Gemüse über Fleischhäppchen bis hin zu eingelegten Früchten, die nicht selten 20 bis 30 verschiedene Gerichte umfasst. Aber auch weniger aufwändige Gänge sind üblich – auch ein Stück Halloumi mit Oliven kann eine Meze sein.



Nicosia Master Plan

Altstadt von Nikosia / © cips/vidaluzBeim Nicosia Master Plan (NMP) arbeiten Zyperngriechen und Zyperntürken zusammen, um Nikosias multikulturelles Erbe zu erhalten und zu restaurieren sowie eine lebendige Zukunft für die historische Altstadt zu gestalten.

Das Dokument zum Nicosia Master Plan Projekt wurde Anfang 1980 unterzeichnet. Bis heute gehören zum NMP fast hundert Projekte. Diese konzentrieren sich auf die Umstrukturierung und Erneuerung von wichtigen Bereichen im historischen Zentrum, die Verbesserung der Verkehrssituation und optische Verschönerungen von Landschaft und städtischem Design.

Eine der Prioritäten des Nicosia Master Plan war die Wiederbelebung von traditionellen Wohnvierteln in Nikosias historischem Stadtkern. Chrysaliniotissa im südöstlichen Teil und Arabahmet im nordwestlichen Teil der Stadt waren wegen ihres traditionellen Wohncharakters und der Verfügbarkeit der Grundstücke in den frühen 90er Jahren dafür wie geschaffen.



Orchideen

Was anderswo in Gewächshäusern gezüchtet und für viel Geld im Blumenladen verkauft wird, wächst in Zypern ganz unscheinbar auf der Wiese. Die Insel ist berühmt für ihre Wilden Orchideen, die im Frühling aus der Erde sprießen. Sie sind längst nicht so groß und imposant wie ihre Schwestern in den Tropen, aber ihre zarte Erscheinung verlockt umso mehr, sich an ihnen zu erfreuen. Selbstverständlich dürfen sie nicht gepflückt werden, aber der Entdeckerstolz verbietet ein solches Verhalten ohnehin. Gibt es doch für Hobbybotaniker die Chance, noch unbekannte Arten auszumachen. Für ungeübte Augen sind die blühenden Kostbarkeiten kaum wahrnehmbar. Doch in den Monaten Februar bis Mai bieten viele kundige Führer Orchideen-Wanderungen an.



Othello

Tragödie von William Shakespeare über Othello, einen Feldherrn in der Armee der Republik Venedig, die in der Stadt Famagusta in Zypern spielt.



PAPADOPOULOS, Tassos

Tassos Papadopoulos / © cips/vidaluz(* 7. Januar 1934 in Nikosia; † 12. Dezember 2008) war von 2003 bis 2008 Präsident der Republik Zypern. Papadopoulos war seit Mitte der 1960er Jahre politisch aktiv. Er nahm aktiv teil am Kampf um die Unabhängigkeit der Insel als Haupt der Nikosia-Sektion der EOKA (Ethniki Organosis Kypriakou Agnos) und später als Chef der PEKA (Politische Sektion der EOKA). Er war einer der Unterzeichner der Verfassung Zyperns, war in verschiedenen Ministerämtern tätig und war von 2000 bis August 2006 Vorsitzender der Bürgerlichen Demokratischen Partei Zyperns (DIKO). Er war verheiratet mit Photini Michaelides (aus der Familie von Anastasios Leventis) und hinterließ vier Kinder bzw. Stiefkinder: Constantinos Yiorkadjis (seit Januar 2012 Bürgermeister von Nikosia), Maria Yiorkadjis, Nicholas and Anastasia.



SAMPSON, Nikos

Nikos Sampson / © PIO Republic of Cyprus(* 16. Dezember 1935, Famagusta; † 9. Mai 2001, Nikosia); eigentlich Nikolaos Georgiades; war ein zypriotischer Politiker und für eine Woche Präsident der Republik Zypern.

Im Jahr 1955 schloss sich der Bildreporter der griechisch-zypriotischen Guerillaorganisation EOKA an. Wegen mörderischer Umtriebe, die er selber zugab und womit er prahlte, wurde er 1956 verhaftet und wegen unerlaubten Waffenbesitzes zum Tode verurteilt. Später wurde er zu lebenslanger Haft begnadigt und1960 im Rahmen einer allgemeinen Amnestie freigelassen. Sampson war ein fanatischer Türkenhasser. Er gründete 1969 die so genannte Fortschrittspartei. Mit dem Slogan „Tod den Türken“ zog er 1970 als Abgeordneter in das zyprische Repräsentantenhaus ein. Er wurde am 15. Juli 1974 von putschenden Offizieren der Nationalgarde zum Präsidenten der Republik Zypern ausgerufen. Sampson galt bei Beobachtern auf Grund seiner Vergangenheit als schillernde Persönlichkeit und teilweise unberechenbar. Man bezeichnete ihn auch als Strohpuppe der Putschisten. Nachdem sein Mentor, der Athener Junta-Chef Ioannides zurücktreten musste, verlor Sampson den Rückhalt und legte sein neu erworbenes Amt nach nur sechs Tagen nieder. 1976 wurde er verhaftet und wegen Schädigung der nationalen Interessen Zyperns zu einer zwanzigjährigen Haftstrafe verurteilt. Drei Jahre später ging er ihm Rahmen einer Haftverschonung nach Paris ins Exil, im Jahr 1990 kehrt er zurück. Er starb im Frühsommer 2001.



Scheunendachkirchen

Scheunendachkirche in Asinou / © cips/vidaluzDie unscheinbare Scheunendachkirche von Asinou  ist typisch für ein architektonisches Phänomen im Troodos-Gebirge. Zehn solcher byzantinischen Kirchen aus dem 11.–17. Jahrhundert stehen aufgrund ihrer besonderen Gestalt und ihrer farbenprächtigen Fresken unter dem Schutz der UNESCO. Besonders erwähnenswert sind die Kirchen Panagia Forviótissa in Asinou, Agios Nikolaos tis Stegis in Kakopetria, Archangelos Michail in Pedoulas, Agios Ioannis Lampadistis in Kalopanagiotis sowie Panagia tou Araka in Lagoudera.



TMT

Die „EOKA“ begann im April 1955 mit militärischen Aktionen gegen britische Einrichtungen. Diese gewaltsamen Aktionen zielten zwar gegen die Briten, trafen aber auch Zyperntürken, denn die britischen Kolonialherren hatten vor allem türkische Zyprer für ihre Sicherheitskräfte rekrutiert. Dabei kam es auch zu Kämpfen mit der türkisch-zyprischen Minderheit, die mit der „Türkischen Verteidigungsorganisation“ („Türk Mudafa Teskilat“, Abkürzung TMT) ebenfalls eine Kampforganisation gründete. Außerdem forderten die türkischen Zyprer ihrerseits die Teilung der Insel („Taksim“). Die Folge waren bürgerkriegsähnliche Auseinandersetzungen zwischen den beiden Volksgruppen, die bis dahin friedlich zusammengelebt hatten.



UNFICYP

sind die UN-Friedenstruppen auf Zypern (United Nations Force in Cyprus), ins Leben gerufen vom UN-Sicherheitsrat im März 1964 nach den bewaffneten Zusammenstößen zwischen türkischen und griechischen Zyprern.

UNFICYP



Vögel

Jedes Jahr überwintern Flamingos zu Hunderten in dem Salzsee gleich gegenüber den Landebahnen des Flughafens Larnaka und lassen sich nicht von dem Lärm der Flugzeuge stören. Im Dezember 2011 wurden dort sogar 12.093 dieser pinkfarbenen Wasservögel gesichtet, weit mehr als in trockeneren Jahren 2010 (3.500) oder gar 2000 (1.692). Überhaupt ist Zypern ein Stützpunkt für Zugvögel, die die Insel zwei Mal jährlich auf ihrem Weg zwischen Europa, Afrika und Eurasien anfliegen. Über 200 Arten in unterschiedlicher Anzahl erscheinen hier regelmäßig als Durchreisende, 50 Spezies lassen sich als Gäste nieder und um die 40 Arten nutzen Zypern als Brutplatz. Insgesamt verzeichnet Zypern derzeit 379 Vogelarten. Sogar zwei endemische Spezies hat die Insel zu bieten – den Zypernsteinschmätzer (Oenanthe cypriaca) und die Schuppengrasmücke (Sylvia melanothorax). Außerdem gibt es noch endemische Unterarten der Zwergohreule (Otus scops cyprius), der Tannenmeise (Parus ater cypriotes), des Gartenbaumläufers (Certhia brachydactyla dorotheae) und des Eichelhähers (Garrulus glandarius glaszneri).

BirdLife Cyprus

Kuskor



YASCHIN, Nesche

Neshe Yashin / © cips/vidaluz(*1959) ist eine türkisch-zyprische Schriftstellerin und Journalistin. Bekannt wurde sie 1976 mit ihrem Gedicht „Geteilte Heimat“ das 1978 vertont wurde und bis heute zum gemeinsamen Liedgut beider Volksgruppen auf Zypern gehört. Sie engagiert sich seit ihrer Jugend aktiv für die Wiedervereinigung der Insel und lebt bereits seit den 1980er Jahren im Süden der Hauptstadt Nikosia.



Zenon von Kition

(* 333 v.Chr. in Kition/Zypern, † 262 v.Chr.) ist ein großer Sohn der Stadt Larnaka. Er begründete rund 300 Jahre v.Chr. in Athen seine eigene philosophische Lehre – den Stoizismus.



Zivania

ist das eigentliche Nationalgetränk der Zyprer, ein Tresterbrand, der aus den Rückständen der Weinherstellung destilliert wird. Zivania ist aber auch ein wahres Hausmittel, denn neben seiner erprobten Wirkung gegen Halsentzündung und Magenschmerzen ist er ohne weiteres auch zum Fensterputzen oder zur Reinigung von Computerbildschirmen verwendbar.



Zypern-Zeder

Die Zypern-Zeder (Cedrus brevifolia) wächst tatsächlich nur auf der Insel Zypern. Einst sollen Zedern-Wälder ganze Landstriche bedeckt haben, bis die Phönizier sich vor ca. 3.000 Jahren mit Holz für ihren Schiffsbau eindeckten. Von der Pracht blieben nur noch die Bäume im Zederntal und auf dem Tripylos, die sich wie ein dichter grüner Teppich über den Hängen ausbreiten. Die Zypern-Zeder eignet sich übrigens besonders gut als Bonsai-Baum.



Zyprer

Die Bezeichnung der Einwohner Zyperns ist für die deutsche Sprache in der Liste der Staatennamen des Ständigen Ausschusses für Geographische Namen (StAGN) festgelegt: Sie heißen „Zyprer“, das dazugehörige Adjektiv ist „zyprisch“. Der Ausdruck „zypriotisch“ bezieht sich vor allem auf die griechisch sprechenden Bewohner Zyperns und wird daher nicht für die Gesamtbevölkerung verwendet.

(http://141.74.33.52/stagn/Portals/0/060907_STAATENNAMEN_9_komplett.pdf)